Japanische Farbholzschnitte: Hokusai, Hiroshige und Ukiyo-e als Wandbild
Die Große Welle, der Rote Fuji, Schnee über einem Dorf am Tōkaidō: Japanische Farbholzschnitte aus dem 18. und 19. Jahrhundert gehören zu den bekanntesten Bildern der Welt. Hier erklären wir kurz, woher sie kommen, woran man die wichtigsten Künstler erkennt und worauf Sie bei einem Kunstdruck für die Wand achten sollten.
Was ist Ukiyo-e?
Ukiyo-e heißt wörtlich „Bilder der fließenden Welt“. Gemeint sind Bilder aus der Edo-Zeit (1603–1868) mit Motiven aus dem städtischen Leben: Schauspieler, Schönheiten, Reisen, Landschaften, Blumen und Vögel. Die meisten wurden als Farbholzschnitt gedruckt und waren für ein breites Publikum erschwinglich.
Ein Blatt entstand in Arbeitsteilung: Der Künstler zeichnete die Vorlage, ein Holzschneider übertrug sie auf Kirschholzplatten, ein Drucker druckte jede Farbe von einer eigenen Platte von Hand auf Papier, und ein Verleger bezahlte und verkaufte das Ganze. Darum gibt es von berühmten Motiven viele Abzüge, die sich in Farbe und Erhaltung unterscheiden.
Katsushika Hokusai (1760–1849)
Hokusai arbeitete rund siebzig Jahre lang und wechselte oft seinen Künstlernamen. Weltberühmt wurde seine Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“ (um 1830–33), zu der die Große Welle vor Kanagawa, der Rote Fuji und das Gewitter unterhalb des Gipfels gehören. Typisch sind kräftige Linien, kühne Ausschnitte und viel Preußischblau, ein damals in Japan neues, importiertes Pigment. Weniger bekannt, aber sehr dekorativ sind seine großen Blumenbilder wie Chrysanthemen und Bremse.
Utagawa Hiroshige (1797–1858)
Hiroshige ist der Meister der Stimmung: Nebel, Regen, Schnee und Dämmerung. Seine Serie „53 Stationen des Tōkaidō“ (um 1833/34) zeigt die Raststationen an der Straße zwischen Edo und Kyoto, darunter Mishima im Morgennebel und Kanbara, Abendschnee. Seine späte Serie „100 berühmte Ansichten von Edo“ (1856–58) hat Vincent van Gogh so beeindruckt, dass er zwei Blätter in Öl nachmalte.
Hokusai oder Hiroshige: welches Bild passt zu Ihnen?
- Viel Bewegung, starke Farben: Hokusai. Die Welle und der Rote Fuji wirken auch aus der Entfernung und tragen eine ruhige, helle Wand.
- Ruhig, gedämpft, atmosphärisch: Hiroshige. Schnee- und Nebelbilder passen gut ins Schlafzimmer oder an eine Wand, die nicht dominieren soll.
- Mehrere Bilder nebeneinander: Blätter aus derselben Serie haben dasselbe Format und eine ähnliche Farbwelt und wirken als Reihe ruhiger als bunt gemischte Motive.
Worauf Sie beim Kunstdruck achten sollten
- Seitenverhältnis: Die Originale im Format Ōban messen etwa 39 x 26 cm (rund 3:2). Ein Druck in 40 x 30 cm (4:3) bekommt deshalb entweder einen hellen Rand oder das Bild wird beschnitten. Wir drucken mit Rand und schneiden nichts ab.
- Herkunft der Bilddatei: Gute Reproduktionen beruhen auf hochaufgelösten Aufnahmen von Museen. Achten Sie darauf, dass die Quelle genannt ist; bei uns steht sie auf jeder Motivseite.
- Papierton: Die Originale sind über 150 Jahre alt und haben ein gelbliches Papier. Reproduktionen zeigen diesen Ton mit; das ist kein Druckfehler.
- Licht: Hängen Sie Drucke nicht in direkte Sonne, dann bleichen die Farben langsamer aus.
Dürfen diese Bilder gedruckt werden?
Ja. Hokusai, Hiroshige und ihre Zeitgenossen sind seit weit mehr als 70 Jahren tot; ihre Werke sind gemeinfrei. Fotografische Reproduktionen gemeinfreier Bilder sind in Deutschland seit 2021 nicht mehr eigens geschützt (§ 68 UrhG). Die Museen, deren Dateien wir verwenden, geben sie zusätzlich ausdrücklich frei (CC0).
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