Botanische Tafeln: Redouté und die Kunst der Pflanzenzeichnung als Wandbild
Rosen, Lilien, Heide: Botanische Tafeln verbinden genaue Naturbeobachtung mit dekorativer Wirkung. Hier erklären wir kurz, wie diese Bilder entstanden, warum Pierre-Joseph Redouté bis heute als ihr bekanntester Maler gilt und worauf Sie bei einem Kunstdruck für die Wand achten sollten.
Was ist eine botanische Tafel?
Eine botanische Tafel ist eine wissenschaftliche Pflanzenabbildung, meist aus einem gedruckten Tafelwerk. Sie zeigt eine Art so, dass man sie bestimmen kann: Blüte, Blätter und Wuchs in natürlicher Farbe, oft ergänzt um zerlegte Blütenteile, Samen oder Früchte. Unter dem Bild steht der lateinische Name. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert, als Forschungsreisen ständig neue Pflanzen nach Europa brachten, erreichte diese Kunst ihren Höhepunkt.
Pierre-Joseph Redouté (1759–1840)
Redouté stammte aus Saint-Hubert in den Ardennen und arbeitete in Paris als Pflanzenmaler für den Botanischen Garten, für den Hof Marie-Antoinettes und später für Kaiserin Joséphine, deren Garten in Malmaison berühmt für seltene Pflanzen und Rosen war. Seine großen Tafelwerke sind „Les Liliacées“ (1802–16) über Liliengewächse, daraus die Kaiserkrone, und „Les Roses“ (1817–24), daraus die Frankfurter Rose. Daneben malte er Einzelblätter in Aquarell auf Pergament, etwa die Prachtlilie und die Heide.
Punktierstich und Aquarell: wie die Tafeln entstanden
Für die gedruckten Werke nutzte Redouté den farbigen Punktierstich: Statt Linien wurden feine Punkte in die Kupferplatte gesetzt, die Farben wurden direkt auf die Platte aufgetragen, und nach dem Druck wurde jedes Blatt von Hand nachkoloriert. So entstehen die weichen Übergänge, die seine Rosen fast räumlich wirken lassen. Die Aquarelle auf Pergament waren dagegen Einzelstücke; sie dienten als Vorlage oder als kostbare Sammlung für sich.
Welche Tafel passt zu Ihnen?
- Klar und grafisch: Lilien und Kaiserkrone mit kräftigen Farben vor hellem Grund. Sie wirken auch einzeln an einer großen Wand.
- Zart und romantisch: Rosen und Heide in Rosa und Grün. Sie passen ins Schlafzimmer, in den Flur oder neben ein Bücherregal.
- Als Reihe: Botanische Tafeln sind fast immer Hochformate mit viel weißem Raum. Zwei bis vier nebeneinander in gleichem Format ergeben eine ruhige Bildwand, auch wenn die Pflanzen verschieden sind.
Worauf Sie beim Kunstdruck achten sollten
- Format: Die Tafeln sind Hochformate. Ein Druck in 30 x 40 cm (3:4) passt meist gut; weicht das Seitenverhältnis ab, bekommt das Motiv bei uns einen hellen Rand und wird nicht beschnitten.
- Papierton und Beschriftung: Gute Reproduktionen zeigen das Blatt vollständig, mit Papierton, lateinischem Namen und Plattenrand. Das gehört zum Original und ist kein Fehler.
- Herkunft der Bilddatei: Achten Sie darauf, dass Museum oder Bibliothek genannt sind; bei uns steht die Quelle auf jeder Motivseite.
- Licht: Zarte Farben bleichen in direkter Sonne schneller aus; ein Platz ohne Mittagssonne hält den Druck länger frisch.
Dürfen diese Bilder gedruckt werden?
Ja. Redouté ist 1840 gestorben; seine Werke sind seit Langem gemeinfrei. Fotografische Reproduktionen gemeinfreier Bilder sind in Deutschland seit 2021 nicht mehr eigens geschützt (§ 68 UrhG). Das Metropolitan Museum of Art, aus dessen Sammlung unsere Bilddateien stammen, gibt sie zusätzlich ausdrücklich frei (Open Access, CC0).
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